Müller Aluminium - Dachsysteme der Spitzenklasse

Dachsysteme der Spitzenklasse

DIN 18807

Ratgeber

für Aluminium- und Stahl-Profiltafeln


Die vielleicht wichtigste Information vor einer Kaufentscheidung,
damit Sie die richtige Wahl für Ihr Bauvorhaben treffen.

 1. Einleitung

Alle hier genannten Informationen über die Profiltafeln und das Zubehör entstammen der deutschen Norm (DIN) und unserer langjährigen Erfahrung. Seit 1987 ist die Verwendung der Stahl-Trapezprofile in der DIN 18807 geregelt. 1998 erschien die Norm für die Aluminium-Trapezprofile und ihre Verbindungen DIN 18807-9, die die bauaufsichtliche Zulassung ablöste./p>

 2. Allgemeines

Aluminium

Aluminium-Profiltafeln haben als jüngstes Dachdeckungsmetall eine hervorragende Beständigkeit gegenüber aggressiver Industrie- und Seeatmosphäre sowie der Einwirkung von Ammoniak im landwirtschaftlichen Bereich seit Jahrzehnten bewiesen. Das älteste Aluminiumdach der Welt, die Kuppel der Kirche San Gioacchino in Rom (Baujahr 1897), ist noch heute in ausgezeichnetem Zustand. Ebenso die Dortmunder Westfalenhalle - eingedeckt 1952.

Stahl

Die klaren Vorteile von Stahl-Profilblechen liegen in der hohen Stabilität und dem Preis. Allerdings ist die Lebensdauer nicht mit der von Aluminium vergleichbar. Stahl-Trapezprofile erreichen trotz Verzinkung und Beschichtung eine nur kurze bis mittlere Standzeit. Als Dacheindeckung bei Stallgebäuden sowie Bauten in Seenähe sind Stahlprofile aufgrund ihrer Korrosionsanfälligkeit nicht zu empfehlen.
Vorsicht vor langjährigen Garantien! Da sich diese meistens auf die Durchrostung beziehen, besteht kein Garantieanspruch, wenn ein Dach schon nach wenigen Jahren angerostet und unansehnlich ist.

 3. Ausgangswerkstoffe

Nach der neuen DIN sind beim Aluminium die Legierungen AlMn1, AlMn1Mg1, AlMn1Mg0,5 oder AlMg1 mit einem Mindestwert der 0,2% Dehngrenze von 165 N/mm² zulässig.

Beim Stahl ist mindestens verzinktes Blech der Güte STE 280 - 2Z nach DIN EN 10147 zu verwenden.

 4. Materialdicken

Die Mindestblechdicken für Trapezprofile betragen bis 1,50 m Pfetten-/Lattenabstand 0,5 mm und über 1,50 m Spannweite beim Aluminium 0,7 mm und beim Stahl 0,75 mm (in Ausnahmefällen auch 0,63 mm). Bei einer Materialdicke unter 0,5 mm gelten Dächer nach DIN 57185 Teil 1 - Blitzschutzanlage nicht mehr als Auffangvorrichtung und somit wäre kein ausreichender Blitzschutz vorhanden.

Je dünner der Stahlkern und schwerer die Verzinkung, umso höher ist, wegen der kathodischen Schutzwirkung am Plattenende, die Lebensdauer der Stahlprofile. Deshalb sollte man auch keine Profiltafeln mit Stahldicken über 0,75 mm als Dachaußenschale einsetzen, weil hier keine kathodische Schutzwirkung mehr gewährleistet werden kann.

Die kathodische Schutzwirkung ist das sich gegenseitige Anziehen der oberen und unteren Zinkschicht. Sie legen sich so um den Stahlkern am Plattenende sowie bei Bohr-, Schnitt- und Stanzstellen.

 5. Verzinkungen

Das Verzinkungsgewicht beträgt bei den Stahlprofilen meistens 275 g/m². Besonders gut geschützte Profiltafeln besitzen eine Verzinkung von 350 g/m² oder Aluzink.

 6. Oberflächen

Aluminium

Die stucco-blanke Oberfläche ist unbeschichtet, glänzend und zur Verminderung der Sonnenreflektion gehämmert. Im Laufe der Jahre bildet sich beim unbeschichteten Aluminium wie beim Kupfer die schützende Patina, allerdings nicht in grün sondern in mattgrau.

Die 25 µ Polyesterlackierung, auch Kunststoffbeschichtung genannt, ist die Standardbeschichtung mit einer guten Farbbeständigkeit, wenn man auf Intensivfarbtöne wie feuerrot, kräftige Grüntöne und Blautöne verzichtet.

Hard Coat ist ein von Plannja entwickeltes und patentiertes 25 µ Beschichtungsystem mit einer ausgezeichneten Farbbeständigkeit. Durch zusätzliche Keramikpartikel besitzt diese Beschichtung eine sehr gute Kratzfestigkeit. Die mattrauhe Oberfläche vermindert Lichtreflektionen und intensiviert die Farbe. Hard Coat ist auch mit 50 µ erhältlich.

Der Metallack ist ein im Coil-Coating aufgetragener, aluminiumpigmentierter Lack mit besonders hochwertigen und lichtechten Farbpigmenten. Er bietet eine ausgezeichnete Farbbeständigkeit über Jahrzehnte.

Stahl

Der Überzug Aluzink 185 besteht aus einer Legierung mit 55 % Aluminium, 43,4 % Zink sowie 1,6 % Silizium und ist aufgrund des hohen Aluminiumanteils gegen Bewitterung unempfindlicher als Zink.
Das Zusammenwirken von Zink und Aluminium erzeugt ein sogenanntes Aluminium-Skelett. Dieses Skelett trägt zum Stillstand einer Rostung des Stahlkerns bei. Somit ist keine Rostbildung auf der Oberfläche von Aluzink festzustellen.
Aluzink wird in die höchste Korrosionsschutzklasse eingestuft. Eine zusätzliche organische Beschichtung ist nicht erforderlich.
Aluzink hat eine extrem glatte Oberfläche und ist antik silbrig glänzend.

Die 25 µ Polyesterlackierung, auch Kunststoffbeschichtung genannt, ist die Standardbeschichtung mit einer guten Farbbeständigkeit, wenn man auf Intensivfarbtöne wie feuerrot, kräftige Grüntöne und Blautöne verzichtet.

50 µ Pural ist ein Polyamid modifiziertes Beschichtungssystem auf Polyurethanbasis. Es besitzt eine sehr gute Kratzfestigkeit und Farbbeständigkeit.

Hard Coat ist ein von Plannja entwickeltes und patentiertes 25 µ Beschichtungsystem mit einer ausgezeichneten Farbbeständigkeit. Durch zusätzliche Keramikpartikel besitzt diese Beschichtung eine sehr gute Kratzfestigkeit. Die mattrauhe Oberfläche vermindert Lichtreflektionen und intensiviert die Farbe. Hard Coat ist auch mit 50 µ erhältlich.

Die 200 µ Plastisolbeschichtung ist eine dicke, ledergenarbte, aufvulkanisierte PVC-Beschichtung mit einer sehr guten Schutzfunktion. Allerdings verursachen Chlorradikale nach 10 bis 15 Jahren die langsame Ablösung der Beschichtung. Sie ist zudem sehr umweltbedenklich und nicht besonders farbbeständig.

 7. Anticondens-Beschichtung (auch NoConDrop, Tropfschutz, Antitropf- oder Constop-Beschichtung genannt)

Bei einschaligen, nicht isolierten Dächern sowie isolierten mit unzureichender Dampfsperre ist die Kondensation von Wasserdampf (Schwitzwasser) häufig ein Problem. Um ein Abtropfen zu verhindern, werden hier Profiltafeln mit unterseitigem NoConDrop / Anticondensvlies empfohlen.

Das Problem
Die uns umgebende Luft enthält Wasserdampf. Je nach Höhe der Luftfeuchtigkeit und der Umgebungstemperatur verdichtet sich der Wasserdampf und schlägt sich an der Unterseite des Daches als Kondenswasser nieder. Die Wassertropfen rinnen dann entlang der Sicken in Richtung Traufe und tropfen dabei an den Pfetten ab. Dies kann zu Schäden an Lagergut, Geräten und Pfetten führen.

Einschaliges Metalldach

Die Lösung
Die Trapezprofile besitzen auf der Unterseite ein feuchtigkeitsabsorbierendes Vlies - NoConDrop.
Dieser verrottungsbeständige und pilzresistente Belag bindet das Kondenswasser und absorbiert bis zu 1 l Wasser pro m², jedoch mindestens 400 g/m². Dieses ist in den allermeisten Fällen ausreichend, um das unangenehme Abtropfen zu vermeiden.
Damit die aufgenommene Feuchtigkeit rasch wieder an die Umgebungsluft abgegeben werden kann, ist auf eine ausreichende Belüftung zu achten. Die Zufuhr von großen Mengen Feuchtigkeit, z.B. durch Tiere, Getreide, Wärmekollektoren oder anderem sollte allerdings vermieden werden.
Das Vlies ist mit einem doppelten Kapillarstopp versehen. Dieser reduziert die Kapillarwirkung von der Traufe unter die Dachfläche.
Zudem besitzt das schwer entflammbare NoConDrop einen Antidröhneffekt bei Regen und Hagel.
NoConDrop wurde durch das Frauenhofer-Institut für Bauphysik geprüft und zertifiziert.

Antikondensvlies

 8. Befestigung

Die DIN für Aluminium-Trapezprofile regelt sowohl die Obergurt- (Berg) als auch die Untergurtverbindung (Tal). Die Befestigung erfolgt mit (Bohr) Schrauben oder mit Schrauben und Kalotten. Diese müssen aus Aluminium oder nichtrostendem Stahl und die Dichtungen aus EPDM bestehen. Die aus Kostengründen häufig verwendeten nicht UV-beständigen Dichtungsmaterialien Neopren und Moosgummi sowie Nägel sind nicht mehr zulässig.

Unsymmetrische Aluminium-Trapezprofile müssen unserer Erfahrung nach mit Schrauben und Kalotten auf dem Obergurt befestigt werden (Bild 1). Bei dieser Verbindung hat sich allerdings gezeigt, daß breite Obergurte aufgrund der leichteren Verformbarkeit gegenüber schmalen eher Undichtigkeiten aufweisen (Bild 2).

Bei den symmetrischen Alu-Trapezprofilen liegen die Vorteile dagegen bei der Untergurtbefestigung (Bild 3).

Stahl-Trapezprofile lassen sich unabhängig von der Profilform entweder auf dem Obergurt oder besser mit Bohrschrauben im Untergurt befestigen. Letztendlich aber sollten die Empfehlungen der Hersteller berücksichtigt werden.

Änderungen vorbehalten.